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Humangeographisches Kolloquium


Einladung an MitarbeiterInnen und Studierende

Humangeographisches Kolloquium SoiSe 2017
16-18 Uhr,
SR 317

02.05.2017
Prof. Dr. Volker Wilhelmi (Mainz):

Globaler Terrorismus und Geographieunterricht - eine neue Herausforderung
08.05.2017 Prof. Dr. Eberhard von Einem (Berlin):
Wissen und Kreativität: Rohstoff des 21. Jahrhunderts
16.05.2017 Julia George (Jena):
Unterbelichtet: über die Verwendung und Funktion des Begriffs 'Dunkeldeutschland' aus geographischer Perspektive
23.05.2017
Dr. Aki Harima (Bremen):
Exploring the Role of Diaspora Entrepreneurs within Entrepreneurial Ecosystems
06.06.2017 Yvonne Wick (Jena):
Ich sehe was, was du nicht siehst - Visiotype im geographiedidaktischen Kontext
12:00 - 14:00 Uhr
08.06.2017
Dr. Steffen Wetzstein (Erfurt):
The global housing affordability crisis and the rise of global urban residential capitalism in a post-GFC world
03.07.2017 Prof. Dr. Inga Gryl (Duisburg)
Diktat der Innovation oder mündige Gestaltung? Überlegungen zu Innovativität als Ziel geographischer Bildung

LINK zum Flyer

Abstracts der einzelnen Vorträge:

02. Mai 2017, Prof. Dr. Volker Wilhelmi (Mainz):
Globaler Terrorismus und Geographieunterricht - eine neue Herausforderung

Der Globale Terrorismus hält uns, die Welt in Atem, bedroht uns und verändert unser Leben. Er rückt vor allem näher und ist in Deutschland spätestens im Sommer 2016 angekommen. Die Politik reagiert darauf bisher mit der Diskussion neuer Sicherheitskonzepte an Grenzen und im Land, der Stärkung der Polizei und dem Appell an die Bevölkerung, wachsam zu sein. Migrations- und Flüchtlingsproblematik rücken ebenfalls ins Zentrum der allgemeinen Diskussion, spätestens seit der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im Fokus der Politik. Über die wichtigen neuen Anforderungen an die konkrete Bildungsarbeit in Schulen wird kaum gesprochen! Welche darüber hinaus gehenden Strategien der vorausschauenden Prävention müssen aber heute entwickelt und umgesetzt werden? Was müssen wir wissen über die uns fremden Kulturen und Religionen? Ohne interkulturelles Verstehen-lernen können nur schwer tragfähige Strategien und Antworten entwickelt werden. Was können die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer, was kann vor allem die Geographie im Unterricht leisten? Nach einer Bestandsaufnahme sollen mögliche fachdidaktische Antworten aufgezeigt und diskutiert werden: Unterrichtsbausteine mit aktuellem Material wurden entwickelt, die dem Lehrer Hilfen bei der Bearbeitung mit ihren Klassen und Kursen geben (u.a. die Dekonstruktion von Film- und Bildmaterial). Terrorismus dringt in die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler ein und erfährt damit große Bedeutung für den Unterricht. Auch wenn Lehrpläne Terrorismus nur als Randthema nennen, ist die enge Verbindung zur Globalisierung und der sog. Dritte-Welt-Problematik klar; -unser Fach und gerade die Didaktik sind direkt angesprochen. In diesem Zusammenhang können auch diese Fragen diskutiert werden: Wie bearbeiten die Medien das Phänomen Terrorismus, wie verstehen Jugendliche Nachrichten? Welche Möglichkeiten gibt es, diese im Unterricht einzusetzen? Wo geht es um Information, wo um Desinformation?

08. Mai 2017, Prof. Dr. Eberhard von Einem (Berlin)
Wissen und Kreativität: Rohstoff des 21. Jahrhunderts

Trotz ausgebauter Flug- und Bahnverbindungen, trotz Video-Konferenzen und trotz Digitalisierung sind persönliche (ggf. temporäre) Begegnungen für kreative Innovationen immer noch weitgehend unverzichtbar. Das gilt nicht nur für jene hoch sensiblen Teile des relevanten Wissens, die trotz weltweit zugänglicher Datenbanken, trotz Internet und trotz rapider Fortschritte der Kommunikationstechnologie nicht am Bildschirm abrufbar sind. Vorbedingung kreativer Innovationen ist die Vervollständigung erforderlicher Wissensbündel; d.h. die Einbeziehung aller relevanten Bausteine kodifizierter und nicht kodifizierbarer Wissenskomponenten. Während erstere ubiquitären Charakter annehmen, sind letztere (noch immer) weitgehend personengebunden und deshalb weitgehend ortsbestimmend, weil es den Austausch der Köpfe und die Kooperation in Teams braucht. Um Daten und Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen zu führen und diese zu interpretieren, d.h. um risiko- und folgenreiche komplexe Entscheidungen, deren Konsequenzen mit Unsicherheit behaftet sind, hinsichtlich ihrer intendierten und nicht intendierten (Folge-)Wirkungen abzuwägen und verantwortbar treffen zu können, wird reflexives fachübergreifendes Wissen benötigt. Interpretierende reflexive Kompetenzen sind knapp und vorzugsweise in Metropolen mit hinreichender Breite, Dichte und Qualität erschließbar.

16. Mai 2017, Julia George (Jena):
Unterbelichtet: über die Verwendung und Funktion des Begriffs 'Dunkeldeutschland' aus geographischer Perspektive


23. Mai 2017, Dr. Aki Harima (Bremen):
Exploring the Role of Diaspora Entrepreneurs within Entrepreneurial Ecosystems

Diasporans and migrants are unique economic agents characterized by utilization of their unique cognitive capabilities and ethnic resource which stem from their embeddedness in multiple cultures and societies. As entrepreneurs, support institutions and investors, they play distinctive roles in accelerating the development of successful entrepreneurial ecosystems. In the presentation, the uniqueness of diaspora entrepreneurs will be explored from different perspectives such as business model and social capital.

06. Juni 2017, Yvonne Wick (Jena) (12:00-14:00):
Ich sehe was, was du nicht siehst - Visiotype im geographiedidaktischen Kontext


08. Juni 2017, Dr. Steffen Wetzstein (Erfurt):
The global housing affordability crisis and the rise of global urban residential capitalism in a post-GFC world

This presentation outlines key drivers, trajectories and social/spatial implications of the recent worldwide emergence of serious housing affordability problems on the one hand, and considerable individual residential real estate - mediated wealth creation opportunities on the other one, in growing and internationalising cities. Rich ethnographic comparative empirical insights across five major advanced economy cities (Sydney, Auckland, Singapore, Berlin and Vienna) and interdisciplinary literatures across the political economy, economic geography, political science, urban studies and housing literatures are utilised to propose a theoretical framework of 'global urban residential capitalism' which helps to explain the rationale behind current (excess cash) investment patterns, population/ migration dynamics, housing system adaptation and labour market/welfare arrangements that underwrite a new round of urban capitalist expansion and the state-regulatory/political-institutional architecture that stabilises this emerging post-GFC accumulation regime. Importantly, decreasing housing affordability/lack of affordable housing - while often highly politicised and central to policy makers' agendas - is conceptualised here as an effect of this type of accumulation regime. It is argued that crisis-related policy making can broadly be linked to the contingently enacted and context-specific protection of this new growth model with diverse cumulative effects on households, communities and cities; effects that nevertheless share a worrying increasing polarisation between winners and losers and rising intra-society and inter-generational political tensions.

03. Juli 2017, Prof. Dr. Inga Gryl (Duisburg):
Diktat der Innovation oder mündige Gestaltung? Überlegungen zu Innovativität als Ziel geographischer Bildung

Reflexivität ist eine anerkannte Querschnittskompetenz geographischer Bildung, die u.a. durch Perspektivenwechsel und vielfältige Raumkonzepte gefördert wird. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob und wie - angesichts der Nähe von Geographie und Raumplanung, und angesichts der generellen Gesellschafts- und Zukunftsorientierung der Disziplin - jenseits des reflexiven Zugangs auch ein produktiver, gestalterischer, innovierender Ansatz gefördert werden kann und soll. Allerdings bedient die Begrifflichkeit der Innovation ein gesellschaftliches Buzzword, weshalb es in diesem Beitrag nicht um das Innoviert-Werden gehen soll, sondern um das eigenständige Schaffen von Innovationen. Ferner geht es aber auch nicht darum, eine besondere Passung für den Arbeitsmarkt herzustellen, im Sinne einer Erfüllung neoliberaler Anforderungen an Innovativität, sondern um Mündigkeit. Leitende Frage des Beitrags ist es daher, wie eine mündige Innovativität durch geographische Bildung gefördert werden und zugleich einer mündigen Raumaneignung dienen kann. Hierzu werden neben einer Herleitung eines Theoriegebäudes auch zahlreiche Beispiele aufgezeigt, die zum Nachdenken über Innovativität und deren Chancen und Konsequenzen im Kontext geographischer Bildung anregen.


Eine Veranstaltung der Lehrstühle für Wirtschaftsgeographie und Geographiedidaktik