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Lehrstuhlinhaber

Prof. Dr.
Mirka Dickel

E-Mail / Web
Tel.: 03641 948890
Fax: 03641 948902

Sekretariat

Frau
Sylke Methfessel

E-Mail / Web
Tel.: 03641 948894
Fax: 03641 948902

Adresse
Institut für Geographie Lehrstuhl für Didaktik
Löbdergraben 32
07743 Jena

Lehrstuhl für Didaktik der Geographie


Im Fach "Didaktik der Geographie" geht es darum, die Beziehungen zwischen Mensch und Welt differenziert zu verstehen und mit Hilfe von theoretischen Referenzrahmen über "Räumlichkeit" die Fähigkeit zur Orientierung für die frage- und fallbezogene Reflexion der komplexen Welt-Bindungen zu gewinnen. Wir befassen uns mit zeitgmäßen räumlichen Ordnungsmustern für die Ent-Wicklung und Ent-Faltung geographischer Phänomene, vor deren Hintergrund wir Lern- und Bildungsprozesse im anerkennenden Dialog gestalten und reflektieren können. Dabei geht es insbesondere auch darum, die sozialen und politischen Dimensionen geographischer Phänomene zu verstehen. Wenn wir verstehen, wie wir in der Welt sind und wie wir unsere Welt erfahren und wenn dieses Verständnis dem Dialog darüber nicht vorgeordnet ist, sondern dem Dialog selbst entspringt, ist geographische Bildung produktiv und nicht reproduktiv. Aus der rechten Einsicht erwachsen dann Impulse für das verantwortungsvolle Handeln. Das bedeutet vor allem, geographisches Lernen von den eigenen Erfahrungs- und Verstehenshorizonten aus zu entwerfen. Geographische Bildung und Selbstbildung gehen dann Hand in Hand.

Wir orientieren uns an einem geographischen Fachverständnis, das die verschiedenen, sich überlagernden Codierungen von Welt in der Spätmoderne aufzugreifen in der Lage ist: Weltbild, Weltsicht, Weltanschauung, Lebenswelt - diese Komposita deuten darauf hin, dass Welt immer schon sozial, kulturell und historisch vermittelt ist. Was wir unter Welt verstehen, ist von unserer Beziehung zur Welt abhängig, von unserer räumlichen Praxis. Auf der Grundlage unserer nicht-reflexiven alltäglichen Praxis produzieren und reproduzieren wir gesellschaftliche Räumlichkeit in jedem Augenblick in unseren Wahrnehmungen, im Sprechen und Handeln. Und zugleich begegnet uns die Welt in ihrem "Eigenleben", die Gegenständlichkeit der Welt reizt oder begrenzt uns, kommt uns entgegen oder stellt uns in Frage. Die Dinge fordern uns zum Antworten heraus. Was in dieser responsiven Beziehung zwischen Subjekt und Gegenstand, also mit demjenigen, was uns entgegensteht, geschieht und wie wir dieses zur Darstellung bringen, fassen wir in der Kategorie der ästhetischen Erfahrung. Sich auf Geographie zu verstehen, heißt zu reflektieren und zu durchschauen, wie wir in der Welt sind, wie wir uns die Welt aneignen. Womit wir in Beziehung sind, worauf unsere Aufmerksamkeit fällt, wie wir über geographische Phänomene nachdenken, ist nicht nur individuell gegeben, es ist zugleich immer auch eingeschrieben in einen gesellschaftlichen zeit-räumlichen Kontext und der Veränderung unterworfen. In Wissenschaft, Schule und Alltag haben wir es mit analogen und digitalen Medien zu tun, z.B. dem Internet, dem Fernsehen, Zeitschriften und Geographielehrbüchern, Karten und anderen geographischen Leit-Bildern, die Modelle, Theorien und Konzepte über Welt an uns herantragen und unsere Vorstellungen von der Welt vorstrukturieren und unsre Aufmerksamkeiten lenken. Und zugleich sind wir nicht nur kognitiv-rationale, sondern auch und vor allem leiblich-affektive und emotionale  Wesen. Wir denken nicht nur über Welt nach, wir erleben sie, wir erleiden sie und erfreuen uns an ihr. Unser Wahrnehmen, Konzipieren und Erleben von Welt ist miteinander verwoben und es steht nicht selten zueinander im Widerspruch. Diese Widersprüche stellen uns vor persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen. Sie provozieren Fragen, die in unterschiedlichen Facettierungen das Verhältnis von Mensch und Welt in den Fokus rücken. Diese sind von zentraler didaktischer Relevanz. 

 

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Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Mirka Dickel

Prof. Dr. (em.) Tilman Rhode-Jüchtern

Dr. Antje Schneider

Tobias Nehrdich

Gabriele Röhnert

Felix Reinhardt