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Lehrstuhlinhaber

Universitätsprofessorin Dr.
Mirka Dickel

E-Mail / Web
Tel.: +49 3641-9-48890
Fax: +49 3641-9-48902

Sekretariat

Kathleen Liebscher
E-Mail / Web
Tel.: +49 3641-9-48894
Fax: +49 3641-9-48902

Adresse
Institut für Geographie
Lehrstuhl Didaktik der Geographie
Löbdergraben 32
Raum 310.1
07743 Jena



Lehrstuhl für Didaktik der Geographie

Geographiedidaktik, Friedrich-Schiller-Universität Jena

 



Begründeter Geographieunterricht ist Ort des Fragens über Geographie. Und jede geographische Frage ruft auf zu einem ursprünglichen und einsichtigen Denken, um das Fragwürdige zu verstehen. Wenn wir verstehen, wie wir in der Welt sind, wie wir Anderem und Anderen begegnen, und wenn dieses Verständnis dem Gespräch nicht vorgeordnet ist, sondern dem Dialog selbst entspringt, ist geographische Bildung produktiv, d.h. vorwärts drängend und weiterführend, statt bloß reproduktiv und konstatierend. Das Lehr - bzw. Unterrichtsgespräch verstehen wir im anspruchsvollen Sinne, als Kunst des pädagogischen Gesprächs, im Sinne der (sokratischen) Urform einer Gesprächserfahrung, in der der Lehrer seine(n) Schüler im Gespräch lehrt und in der das verständige Gespräch selbst verwandelnde Kraft hat.

Geographische Bildung  über das verständige Gespräch, also dialogisch, zu denken, bedeutet vor allem, geographisches Lehren und Lernen von den je eigenen geographischen Erfahrungs- und Verstehenshorizonten aus zu entwerfen. In der frage- und fallbezogenen lebendigen Auseinandersetzung mit der Sache werden eigene Einsichten gewonnen. In einem geographischen Verständigungsprozess dieser Art sind das Etwas-Verstehen und das Sich-Verstehen miteinander verschränkt. Geographische Bildung meint also die Übung der geistigen Selbstständigkeit, ein zunehmend tiefgreifenderes Verstehen als ein sich immer wieder neu formierender Sinnbezug und Verstehenshorizont im Zuge der Vertiefung in geographische Fragen. Beim forschenden Lernen gehen die Bildung der Geographie und Bildung des Selbst Hand in Hand.

Am Lehrstuhl "Didaktik der Geographie" in Jena ist die frage- und fallbezogene Reflexion geographischer Gegenstände eingebettet in eine (bildungs-)philosophische Grundlegung geographischen Lernens im Sinne der phänomenologischen Hermeneutik. Mit Hilfe theoretischer Referenzrahmen über "Raum" und "Räumlichkeit" gewinnt die dialogische Geographie fachgeographische Orientierung. Wir befassen uns mit verschiedenen Ordnungsmustern, Kategorien und Theorien des Räumlichen für die Entwicklung und Entfaltung geographischer Phänomene und Fragen. Und vor diesem fachtheoretisch differenzierten Hintergrund lassen sich dialogische Vermittlungsprozesse tiefgründig gestalten und reflektieren. Und so werden die am ganz konkreten Fall zur Sprache gebrachten (echten) geographischen Fragen sowie die Antworten gefunden.

In diesem Sinne verstehen wir eine ver"antwort"ungsvolle, ästhetische und ethisch verankerte geographiedidaktische Praxis im Sinne einer Resonanzbeziehung zwischen LehrerIn, SchülerIn und Sache als eine sich affektiv und sprachlich vollziehende Suchbewegung im Kontext eines multi-modalen Zugangs zur Räumlichkeit. Wir orientieren uns an der doppelten Fachkonzeption der Geographie als Natur- und (theoretisch informierter) Sozialwissenschaft, als Physische Geographie und Humangeographie. Durch die hermeneutisch-phänomenologische wissenschaftstheoretische Grundperspektive wird es möglich, die sich überlagernden Codierungen von Welt in der Spätmoderne aufzugreifen, ihre Spannungen, Brüchigkeiten und Widersprüche zu orten und ins Spiel zu bringen, weiterführende geographische Fragen zu formulieren und diesen nachzugehen. In diesem Prozess des Forschenden Lernens findet Lernen als Bildung und Umbildung statt. Im Zuge dieser Übung kann es zunehmend besser gelingen, dass Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer an der Schule, Hochschule und an außerschulischen Lernorten sich selbst und das Fach Geographie in die Zukunft hinein offen halten.


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Bildquelle: ZEISS Archiv