Am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie werden schwerpunktmäßig Forschungsarbeiten in den Bereichen der Konsumforschung, der Stadtökonomie, der Tourismusforschung sowie der Energiewirtschaft angefertigt. In verschiedenen Forschungsprojekten wird darüber hinaus Fragestellungen aus der Politischen Ökonomie und der Politischen Geographie nachgegangen. Forschung im Bereich der Wirtschaftsgeographie und Geoinformatik (z.B. Business Information Systeme und Location Based Services) steht dagegen im Mittelpunkt von anwendungsorientierten Projekten. Hier wie auch bei verschiedenen Lehrforschungsprojekten etwa zum Thema "Leuchtturm Jena: Dynamik und Medienwirksamkeit des Jenaer Clusters" oder zum "Einkaufsverhalten der Generation 50+" (in Kooperation mit der IHK Ostthürigen) werden Studierende sehr eng eingebunden. Regionale Arbeitsschwerpunkte der Arbeitsgruppe sind Deutschland, Europa, die USA und die Länder des Vorderen Orients, des Kaukasus und Zentralasiens.
Aus dem Forschungsprofil des Lehrstuhls wird deutlich, dass wirtschaftliche Prozesse nicht ausschließlich aus ökonomischer Perspektive analysiert werden, sondern soziale, kulturelle und politische Kontexte ebenso Berücksichtigung finden. Hier tragen wir der Komplexität und Eingebettetheit wirtschaftlicher Phänomene Rechnung und verstehen Wirtschaftsgeographie als eine analytische Perspektive auf ökonomische Prozesse und Phänomene, Bedingungen und Bedingtheiten des Alltäglichen. Hintergrund dieses Verständnisses von Wirtschaftsgeographie ist ein relational inspiriertes Verständnis von Geographie, die die mannigfaltigen Wechselbeziehungen des Sozialen, Wirtschaftlichen, Politischen, Kulturellen und Räumlichen in den Blick nimmt. Dabei ist Raum in unterschiedlichen Dimensionen wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder politischen Prozessen inhärent. Ebenso wie wirtschaftliche Prozesse nicht ohne soziale und politische Kontexte gedacht und analysiert werden können, stellt auch die räumliche Dimension eine Grundvoraussetzung derartiger Prozesse dar.

"Ökonomien der Faszination" - Inszenierung am Beispiel von Hongkong