Delegationsreisen als temporäre Cluster. Akteure, Interaktionsformen und Lernprozesse

Laufzeit:   07/2019-06/2022

Projektleiter:  Prof. Dr. Sebastian Henn

Mittelgeber: Haushalt

Forschungsschwerpunkt: Mobilities & Connectivities

Inhalt:

In wissensbasierten Ökonomien wird die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen im Wesentlichen von ihrer Fähigkeit bestimmt, neues Wissen erzeugen und mit externen Partnern austauschen zu können. Während bisherige Arbeiten vor allem dauerhaft existierende räumliche Unternehmenskonzentrationen (regionale Cluster) fokussierten, haben jüngere Arbeiten herausgestellt, dass unternehmerische Lernprozesse nicht zwangsweise permanente räumliche Nähe zwischen den beteiligten Akteuren voraussetzen. Vielmehr legen verschiedene Untersuchungen zu temporären Clustern nahe, dass Akteure aus entfernten Standorten relevantes Wissen oftmals im Rahmen nur temporärer Zusammenkünfte austauschen. Obwohl die Forschung zu temporären Formen des Wissensaustausches in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, beschränken sich diesbezügliche Arbeiten nahezu ausschließlich auf die Analyse internationaler Leitmessen oder Konferenzen. Delegationsreisen, die ebenfalls als Form temporärer Cluster begriffen werden können, sind indes noch weitgehend unerforscht. Explizit mangelt es bislang an Erkenntnissen über den auf Delegationsreisen erfolgenden Wissensaustausch zwischen den betreffenden Teilnehmern sowie den damit verbundenen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Ziel des Projekts ist es vor diesem Hintergrund, Unternehmens-/Delegationsreisen als temporäre räumliche Cluster näher zu untersuchen. Dabei steht insbesondere die Beantwortung folgender Fragen im Vordergrund: Welche Beweggründe veranlassen Akteure, an Unternehmens-/Delegationsreisen teilzunehmen? Wie interagieren die Teilnehmer einer Unternehmens-/Delegationsreise miteinander bzw. mit ihren (potenziellen) Geschäftspartnern im Ausland? Auf welche Weise wird der Aufbau von Vertrauen zwischen den Teilnehmern einer Unternehmens-/Delegationsreise vonseiten der Organisatoren unterstützt? Zu welchen Orten werden Unternehmens-/Delegationsreisen unternommen und auf Grundlage welcher Kriterien werden diese ausgewählt? Welche langfristigen Effekte (z. B. im Hinblick auf Innovationsaktivitäten) ergeben sich infolge der Teilnahme an Unternehmens-/Delegationsreisen – sowohl innerhalb der Unternehmen als auch zwischen ihnen? Wie können Lernprozesse zwischen den Unternehmen vonseiten der Organisatoren gezielt unterstützt werden?

In seiner empirischen Umsetzung stützt sich das Projekt primär auf leitfadengestützte Interviews mit Teilnehmenden und Organisatoren von Unternehmens-/Delegationsreisen.

 

Ansprechpartner:
Anika Tarne

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