Felsen im Huangshan-Gebirge

Lehrerfortbildung am 18. September 2020

Gesellschaftliche Naturverhältnisse im Spielfilm reflektieren. Das Beispiel Avatar.
Felsen im Huangshan-Gebirge
Foto: Arne Hückelheim, CC BY-SA 3.0 via de.wikipedia.org

Meldung vom: 09. März 2020, 11:46 Uhr

Im Rahmen des 5. NETZWERKTREFFEN LEHRERBILDUNG „Vielfalt im Lehrerzimmer: Generationen, Rollen und Einsichten“, Link zur gesamten Veranstaltung

Die Veranstaltung wurde aus aktuellem Anlass vom 06.03.2020 auf den 18. September 2020 verlegt. Der Veranstaltungsort und weitere Details des Programms werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Wann: Freitag, 18. September 2020

Gesellschaftliche Naturverhältnisse im Spielfilm reflektieren. Das Beispiel Avatar.
Didaktik der Geographie, Prof. Dr. M. Dickel

Unterschiedliche Lebensformen zeichnen sich durch kulturell geformte und historisch gewordene Mensch-Natur Verhältnis aus. Diese gesellschaftlichen Naturverhältnisse sind wert- und interessengebunden und zeitigen naturräumliche und soziale Folgen.

Anhand des Spielfilms "Avatar" lassen sich Interessen, Strategien und Folgen von Mensch-Umweltbeziehungen sowie die sie grundierenden Werthaltungen exemplarisch begreifen und Fragen nach ihrer Persistenz und Veränderbarkeit aufwerfen.

Doch wie können wir im Fach Geographie mit Spielfilmen umgehen? Wie bekommen wir einen Zugang zum Spielfilm als stoffliche Überlieferung? Das kann gelingen, wenn wir den Spielfilm als Inszenierung von Erfahrung ernst nehmen.

Filmische Geographien

In konsequent hermeneutischer Haltung begegnen wir dem Spielfilm als Mittler einer Welterfahrung, die durch die dem Spielfilm eigenen Darstellungsweisen und -praktiken in ihn eingeschrieben ist. Beim Anschauen des Films kommt es zu einem spannungsvollen und produktiven Aufeinandertreffen zwischen dem Erfahrungshorizont des Zuschauers und dem des Films. Es treten Brüche und Leerstellen hervor, an denen unser Fragen und Erkunden einsetzen kann. Wenn wir das Verhältnis zwischen dem Rezipienten und dem Spielfilm als ein im historischen Bewusstsein situiertes verstehen, wird der Spielfilm als das Andere und Fremde erkennbar, als eine Instanz, die anders ist als ich, die mir fremd ist, die mir zugleich etwas zu sagen hat, die mir zu denken gibt, die meinen Verstehensrahmen herausfordert und mein Selbst- und Weltverständnis in Frage stellt. Spielfilme geographisch zu betrachten, meint dann, den Fokus auf die Herstellung von Bedeutung zu legen und zu untersuchen, auf welche Weise Orten, Situationen und Menschen Bedeutungen zugeschrieben, wie Natur- und Kulturverhältnisse medial formiert werden.

Encoding und decoding

Spielfilme werden als „semiotische Ressourcen“ (Fiske 1993) verstanden. Zwar stimmen die Bedeutungen, die im Zuge der Herstellung des Filmes produziert werden (encoding) und die Bedeutungen, die im Zuge der Rezeption des Filmes zugewiesen werden (decoding) nicht notwendigerweise überein, da es eine Vielfalt möglicher Lesarten gibt. Doch auch wenn Bedeutungen der filmischen Repräsentation polysem sind (vgl. Bollhöfer & Strüver), ist nicht davon auszugehen, dass die Bedeutung sich beliebig konstituiert. Denn sowohl die Produktion als auch die Rezeption des Filmes findet in einem diskursiven Kontext statt.

In unserem Workshop gehen wir der Frage nach, wie sich eine Reflexion der in die Spielfilme eingeschriebenen Welt- und Menschenbilder, der Kultur- und Naturverhältnisse im Unterricht methodisch anleiten und didaktisch begründen lässt.

Mehr zum Thema Filmische Geographien im Geographieunterricht:
Dickel, M. und J. Lehmann (2020): "Meuterei auf der Bounty". Der Spielfilm im Geographieunterricht. In: Dickel, M. und M. Kowasch (Hrsg.): Geographien Ozeaniens. Fachliche Annäherungen und Didaktisierungsvorschläge. Praxis Neue Kulturgeographie Bd.14. Münster, S. 41-60.

 

 

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