The Ultimate Painting

Forschung

an der Jun.-Professur für Sozialgeographie
The Ultimate Painting
Foto: Clark Richert

Forschungsperspektiven der Sozialgeographie in Jena

Die Juniorprofessur für Sozialgeographie in Jena steht für eine politische Sozialgeographie, die mit sozialtheoretischer Fundierung empirisch aktuelle Fragen des gesellschaftspolitischen Wandels bearbeitet. In der Tradition von Élisée Reclus, einem der Begründer einer géographie sociale, ist der zentrale Impuls einer solchen Sozialgeographie die geo-soziale Frage nach Gerechtigkeit in räumlicher Perspektive. In Forschung und Lehre richtet sich das Erkenntnisinteresse auf das kritisch-reflexive Verstehen der Dynamisierung und Stabilisierung sozialer Geographien von Gesellschaft und Gemeinschaft. Auf verschiedenen Maßstabsebenen widmen wir uns Zukunftsfragen des globalen, gesellschaftlichen und demographischen Wandels. Konzeptionell werden dazu aktuelle Ansätze der Gesellschafts- und Sozialtheorie, der phänomenologisch-philosophischen Anthropologie sowie der politischen Theorie auf geographische Frage- und Problemstellungen bezogen.

Die konzeptionellen und empirischen Forschungsarbeiten der Juniorprofessur untergliedern sich in drei miteinander verbundene Schwerpunkte sowie in zwei Querschnittsthemen (s. Abb.).

Forschungsschwerpunkte Forschungsschwerpunkte der Juniorprofessur für Sozialgeographie Foto: Sozialgeographie, Jena

Forschungsschwerpunkte

Gesellschaft und Gemeinschaft: Soziale Geographien im demographischen Wandel Inhalt einblenden

Der Forschungsschwerpunkt stellt die klassische sozialwissenschaftliche Differenz von Gesellschaft und Gemeinschaft zentral. Vor dem Hintergrund demographischen und sozialen Wandels wird danach gefragt, welche soziale Geographien und räumliche Formen des menschlichen Zusammenlebens sich in diesem Spannungsverhältnis in spätmodernen Gesellschaften ergeben. Im empirischen Fokus stehen dabei dynamische und stabilisierte Räumlichkeiten (mikro-)kollektiver Sozial- und Lebensformen wie crowds, communities of practice, commons, Nachbarschaften, religiöse Vergemeinschaftungen, post-traditionale Gemeinschaften etc. in von Singularisierung und Heterogenisierung betroffenen Gesellschaften.

Aktuelle Projekte:
  • Differenz von Gesellschaft und Gemeinschaft aus räumlicher Perspektive“. Theoretische Beiträge zur Grundlegung einer politischen Sozialgeographie mit Rückgriff auf verschiedene philosophische und sozialtheoretische Angebote (insb. anarchistische Theorie, Nachahmungssoziologie von Gabriel Tarde, politische Theologie etc.)

Förderung: Eigenmittel

Laufzeit: fortwährend

  • Der Diskurs um die postmigrantische Gesellschaft – Erkenntnisse und Perspektiven für stadträumliche Integrationspolitiken

Förderung: vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung

Laufzeit: 2018–2019 (abgeschlossen)

Bearbeitung: Dipl.-Geogr. Diana Griesinger

  • Die Praxis der Anarchistischen Kommune. Depropertisierung und interstitielle Autonomie“ (Dissertationsvorhaben)

Laufzeit: seit 2015 (bis 2019 gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Bearbeitung: Dipl.-Geogr. Ferdinand Stenglein

Sicherheit und Freiheit: Soziale Geographien im gesellschaftlichen Wandel Inhalt einblenden

Der Forschungsschwerpunkt fokussiert das dialektische Spannungsverhältnis von Sicherheit und Freiheit in europäischen Gesellschaften. Zentral steht die Frage, wie sich in räumlicher Perspektive das öffentliche Zusammenleben der Gesellschaft wandelt. Empirisch in Betracht gezogen werden dafür Entwicklungen zur Regulation sozialer Beziehungen im öffentlichen Raum durch beispielsweise digitale Technologien, die Herstellung urbaner Sicherheiten und Fragen demokratischer Teilhabe.

Aktuelle Projekte:
  • Vivre avec la terreur – Living in Cities with Terror: effects of diffuse terrorism on urban atmospheres

Förderung: Initiative d’excellence Paris//Seine

Laufzeit: 2017-2020

Bearbeitung: Damien Masson (PI), Virginie Linder (Co-I), Anne Herzog (Co-I), Université Cergy-Pontoise; Sara Fregonese (Co-I), University of Birmingham; Paul Simpson, University of Plymouth; Simon Runkel (Co-I)

Geosoziale Zukünfte: Politische Geographien transnationaler und globaler Vergemeinschaftung Inhalt einblenden

Der Forschungsschwerpunkt fokussiert die Herausbildung transnationaler und globaler Kollektive unter Globalisierungsbedingungen. In empirischer Hinsicht wird nach der (narrativen) Herausbildung inklusiver und exklusiver Gemeinschaften, ihrer imaginativen Geographien und Zukunftsvorstellungen in verschiedenen geopolitischen, geoökonomischen und geoökologischen Kontexten gefragt. Dies betrifft beispielsweise internationalistisch ausgerichtete Solidargemeinschaften wie politische Bewegungen und transnationale Gemeinschaften im Kontext von Arbeit, Migration und Religion.

Aktuelle Projekte:
  • Gemeinschaftsnarrative im Kontext der chinesischen Belt & Road Initiative“.

(Projekt in Vorbereitung)

Querschnittsforschung

Querschnittsthema I: Angewandte Geographie Inhalt einblenden

In Verbindung zu diesen Forschungsschwerpunkten werden ferner angewandte Problem- und Fragestellungen von Gesellschaft-Umwelt-Verhältnissen und Nachhaltigkeit im regionalen Kontext bearbeitet.

Aktuelle Projekte:
  • "Besuchermonitoring im Nationalpark Hainich"

Förderung: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Laufzeit: 2019–2020

Bearbeitung: Maria Winkler (M.Sc. Biologie)

Querschnittsthema II: Geopoetik Inhalt einblenden

Ebenfalls wird in Forschung und Lehre Raum gegeben für ästhetische und literarische Arbeiten, die Geographie als poetische Haltung des In-der-Welt-Seins begreift.

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